Auswanderungsanzeigen
Im Buch "Unterricht über die Amtsverrichtungen der Ortsvorstände" von 1844 steht der folgende Text zum 
Thema Auswanderungsanzeige:

§4
Auswanderung
Unter Auswanderung versteht man die Ansäßigmachung  oder Verehelichung im Auslande., wodurch der 
auswandernde alle diesseitigen Unterthanenrechte verliert.
Die Erlaubniß zur Auswanderung muß bei den königl. Landescommissariaten nachgesucht, und zu diesem 
Behufe folgende Producte beigebracht werden:
a. ein legaler Taufschein;
b. ein Zeugniß der Localbehörde (Bürgermeister und Einnehmer); von Ersterem über Vermögensstand und 
Letzterem über erfüllte Verbindlichkeiten. In Ansehung der Bezahlung der Steuern und Gemeindegelder, und
c. ein solches über die Aufnahme im Auslande.
nur bei Auswanderungen nach Frankreich wird von Beibringung solcher Zeugnisse, wegen der dort hierüber 
bestehenden besondern  gesetzlichen Vorschriften, Umgang genommen.
Die nachgesuchte Auswanderungs-Erlaubniß wird durch das Kreis- Intelligenzblatt zur öffentlichen 
Kenntniß gebracht, und wenn von Niemanden Einwendung dagegen erhoben wird, und die Bedingungen der 
Verordnung der Verordnung vom 19. Juli 1816 ; Amtsblatt Seite 114, Art. 2 und 3 erfüllt sind von den 
königl. Landescommissariaten, als den nach §.25 der allerhöchsten Verordnung von 17. December 1825 
competenten Behörden, ertheilt, wenn sonst kein Anstand wegen Militär- oder Landwehrpflicht obwaltet..........

Zweck dieser Anzeigen war,  den Gläubigern von  Auswanderungswilligen vor  deren  Abreise die 
Eintreibung von Schulden zu ermöglichen
Titelseite der Beilage eines Amtsblattes von 1842
Beispiel einer Auswanderungsanzeige
Diese  Anzeigen   geben   Auskunft   über   den  Namen ,  den Wohnort,  das  Ziel   der   geplanten 
Auswanderung und manchmal auch über den Beruf  und das  Geburtsdatum des  Auswanderungs-
willigen. Solche Auswanderungsanzeigen sind deshalb  eine wichtige Quelle zur Erforschung von 
Auswanderungen.